3. April 2008 – Im Geschäftsjahr 2007 erzielte die MAN Diesel Gruppe zum dritten Mal in Folge Rekordwerte bei allen wichtigen Kennzahlen. Das operative Ergebnis des Augsburger Großmotorenherstellers kletterte um 37 Prozent auf 313 Millionen Euro. Der Umsatz stieg mit knapp 2,2 Milliarden Euro um 21 Prozent im Vergleich zu 2006. Auch der Auftragseingang lag mit 3,4 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert, und zwar um 29 %. Mit einer Umsatzrendite von 14,4 Prozent (Vorjahr 12,7 %) übertraf MAN Diesel die MAN-interne Zielvorgabe deutlich.
Die Produktionsstätten der MAN Diesel Gruppe sind bis Ende 2009 komplett, in Teilen sogar bereits bis zum Jahr 2011 ausgelastet. Für das laufende Geschäftsjahr sieht sich das Unternehmen gut gerüstet. Die Neuordnung des europäischen Produktionsverbundes und die weiterhin gute Lage auf den internationalen Schiffbau- und Kraftwerksmärkten lassen für 2008 eine erneute Steigerung von Umsatz und Ergebnis erwarten.
Der Vorstandsvorsitzende der MAN Diesel SE, Dr.-Ing. Georg Pachta-Reyhofen, blickt positiv in die Zukunft: „Wir sind für künftige Herausforderungen gut aufgestellt. Sobald sich unser neues Produktionsnetzwerk in Deutschland, Dänemark und Frankreich etabliert hat, können wir unsere Kapazitäten noch effizienter nutzen. Der Ausbau des Kraftwerks- und des Servicegeschäfts gehört weiterhin zu unseren wichtigsten Zielen.“
Stabilisierung der Nachfrage auf hohem Niveau
Die außergewöhnlich gute Bestellsituation in der Werftindustrie übertrug sich auch auf die Nachfrage nach Schiffsdieselmotoren, so dass MAN Diesel den hohen Auftragseingang des Geschäftsjahres 2006 nochmals übertreffen konnte. Die Auftragslage bei Stationärmotoren hat sich trotz des hohen Ölpreises und des weiteren Dollarverfalls weiter positiv entwickelt. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einer Stabilisierung der Nachfrage auf hohem Niveau. Im Bereich der Zweitakt-Schiffsmotoren liegt der Marktanteil von MAN Diesel nach wie vor bei deutlich über 80 Prozent. Betrachtet man den gesamten Viertakt-Markt, also Schiffs- und stationäre Motoren zur Stromerzeugung, so ist MAN Diesel auch in diesem Segment mit 34 Prozent Marktanteil der führende Hersteller.
Auftragslage erfreulich
Mit einem Auftragseingang von 3,4 Milliarden Euro übertraf MAN Diesel den bereits sehr guten Vorjahreswert noch einmal deutlich um 0,8 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 0,3 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand legte um 38 Prozent zu und kletterte auf einen neuen Höchststand von über 3,8 Milliarden Euro am 31.12.2007. Da die Produktionsstätten aufgrund dieser Auftragslage bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet sind, will der Dieselmotoren-Bereich der MAN Gruppe den Output weiter steigern. Dafür ist bis zum Jahr 2010 eine weitreichende Neuorganisation der Produktion vorgesehen, die das Unternehmen bereits 2006 angestoßen hat. Die Montage der besonders schweren Viertaktmotoren wird an die Küstenstandorte Saint-Nazaire in Frankreich und Frederikshavn in Dänemark verlagert. In Augsburg werden in Zukunft ausschließlich die leichten und mittelschweren Viertakter gebaut. Insgesamt sind an allen drei Produktionsstandorten für 2008 Investitionen in Höhe von insgesamt 110 Millionen Euro geplant, die hauptsächlich in den Ausbau der Prüfstände und die Erweiterung der Montagekapazitäten fließen. Darüber hinaus strebt MAN Diesel eine Verkürzung der Durchlaufzeiten pro Motor von heute 35 auf 10 Tage bis zum Jahr 2010 an. Ein weiterer Schritt, um den hohen Auftragsbestand zügig abzuarbeiten und das Umsatzvolumen zu erhöhen, ist die Intensivierung des Lizenzgeschäftes. Ende 2009 wird die zurzeit noch bestehende Produktion kleiner Zweitaktmotoren in Frederikshavn aufgegeben und vollständig zu Lizenznehmern verlagert. Die frei werdenden Kapazitäten nutzt MAN Diesel für die Montage großer Viertaktmotoren. Darüber hinaus wird das Unternehmen auch bei Viertaktern verstärkt mit Lizenznehmern zusammenarbeiten, um die hohe Nachfrage bedienen zu können.
Ergebnis und Renditekennzahlen erneut verbessert
Die gestiegenen Umsätze und die damit verbundene hohe Auslastung sorgten dafür, dass das operative Ergebnis zum dritten Mal in Folge deutlich gestiegen ist. Nach 229 Millionen Euro im Jahr 2006 erzielte MAN Diesel 2007 mit 313 Millionen Euro ein Plus von 37 Prozent. Die Umsatzrendite (ROS) lag mit 14,4 % (Vorjahr: 12,7 %) klar über dem Renditeziel. MAN Diesel war damit erneut der rentabelste Kernbereich innerhalb der MAN Gruppe. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) stieg von 46,6 Prozent in 2006 auf 70,5 Prozent.
Arbeitsplätze geschaffen
Insgesamt waren in der MAN Diesel Gruppe am 31. Dezember 2007 – inklusive Leiharbeitnehmer – 7.383 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 6.862); dies entspricht einer Steigerung um 7,6 %. Insbesondere der Personalaufbau am Stammsitz in Augsburg hat zur Erhöhung beigetragen. Das internationale Arbeitsumfeld, Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter und der Aufbau neuer Standorte haben den Ruf von MAN Diesel als begehrter Arbeitgeber gefestigt.
Aufträge der Superlative
Das Geschäftsjahr 2007 war geprägt von einigen Aufträgen der Superlative. So wird MAN Diesel im Jahr 2011 mit dem 115.000 PS starken 14K98ME-C7 den stärksten Dieselmotor der Welt liefern. Acht Motoren dieses Typs werden ebenso viele Containerschiffe des Logistikdienstleisters APL antreiben. Auch das weltgrößte Schiff fährt ab 2010 mit Motoren von MAN Diesel. Die „Pieter Schelte“ ist ein Spezialschiff für den Bau von Ölbohrplattformen auf hoher See und erhält neun Motoren vom Typ 32/44 Common Rail. Der neu entwickelte Zweistoff-Motor 51/60 Dual Fuel zielt speziell auf das Segment der Flüssiggas-Tanker ab. Im April 2007 ging die erste Bestellung für fünf Motoren dieses Typs ein, die ab 2009 den größten LNG-Tanker mit einem elektrischen Propulsionssystem auf Dual-Fuel-Basis antreiben werden.
Business Unit Power Plants im Aufwind
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat MAN Diesel zwei wichtige strategische Ziele erfolgreich weiterverfolgt: die stärkere Positionierung im Kraftwerksbereich und die Intensivierung der After-Sales-Aktivitäten.
In Pakistan schloss MAN Diesel eine strategische Partnerschaft mit der dortigen Atlas Group zum Bau von Diesel-Kraftwerken. Die Kooperation umfasst Entwicklung, Konstruktion, Bau und Wartung von vier schlüsselfertigen Diesel-Kraftwerken, die bis zum Jahr 2012 in der Nähe von Lahore im Norden Pakistans fertiggestellt werden. Aus Brasilien hat der Bereich Power Plants einen Auftrag zur Lieferung von acht Dieselmotoren für ein Kraftwerk im Bundesstaat Bahia erhalten. Ein argentinisches Energieunternehmen hat zwei Gasmotoren bestellt. Dieser Auftrag ist für MAN Diesel vor allem deshalb bedeutsam, weil er eine wichtige Referenz für den mit einem neuartigen Zündsystem ausgestatteten Gasmotor 32/40PGI (Performance Gas Injection) ist. Dieser Motor verbindet die Vorteile des hocheffizienten Diesel-Prinzips mit denen des umweltfreundlichen Otto-Prinzips und kommt dabei ohne Zündkerzen aus. Für das PGI-Zündsystem wurde MAN Diesel im Januar dieses Jahres mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft 2007 in der Kategorie Großunternehmen ausgezeichnet.